Gemeindechronik

Die Geschichte von Baldramsdorf und seiner Nachbarsiedlungen, die vor etwa 900 Jahren auf dem Rodeland der Lurnfelder, Schattseite entstanden sind, haben durch mehrere Jahrhunderte die Grafen von Ortenburg gelenkt, die aus Bayern stammten. Aus dieser Zeit stammt auch der Bau der Ortenburg, die östlich von Baldramsdorf in 740 m Seehöhe auf einem Felsvorsprung im Jahre 1140 fertiggestellt wurde und heute als Ruine ein attraktives Ausflugsziel präsentiert.
Im August des Jahres 1966 feierte Baldramsdorf sein 800 jähriges Bestehen, bzw. seine erste urkundliche Erwähnung. Die Kirche in Baldramsdorf wurde um 1300 erbaut und den hl. Martin geweiht. Um 1500 wurde die Kirche erweitert und ausgebaut und der vor seiner Westfront stehende Wartturm in einen Glockenturm umgestaltet.

An der Straße von Baldramsdorf nach Rosenheim liegt Gendorf, das in den letzten Jahren stark angewachsen ist. Die Anfänge dieser Siedlung gehen in das 11. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1510 betrieb Christoph von Gendorf oberhalb der Ortschaft einen Silberbergbau, der als Stifter der Kirche zu Gendorf angesehen wird.

Die Geschichte von Rosenheim (ehemalig Gschieß) geht bis 1166 zurück, wo die Herren von Gschieß einen einfachen Turm am Berghang bewohnten und Gefolgsleute der Grafen von Ortenburg waren. 1482 erwarben die Herren von Rosenheim den Gschießer Besitz. Diese Adelsfamilie nahm nicht mehr mit dem alten Turm vorlieb, sondern baute etwas tiefer auf einem Wiesenplateau einen neuen Turm und das Schloß Rosenheim. 1718 kauften die "Herren von Litzelhof' diese Herrschaft. Von etwa 1800 bis 1935 befand sich das Schloß Rosenheim im Besitze der Familie Kapeller in Lendorf. Dieser Eigentümer verkaufte die Grundstücke an die umliegenden Bauern. Das Schloß wurde baufällig, 1947 wurde die Ruine verkauft und abgetragen. Am 20. Oktober 1956 erhielt die Ortschaft Gschieß in einer Festsitzung des Gemeinderates den Namen "Rosenheim".

Von Rosenheim führt durch dichten Mischwald ein Fahrweg auf den Lampersberg, wo in 1000m Seehöhe eine spätgotische Kirche steht, die um 1500 erbaut wurde. Es gab vier Bauernhöfe auf diesem Bergrücken, der einen schönen Ausblick auf das Lurnfeld ermöglicht. Die Bauern sind längst abgewandert und nur noch ein Gehöft steht noch. Die Gemeinde Baldramsdorf reicht im Osten noch ein Stück in das Lurnfeld hinaus und hat ihre Grenze unter dem Drauwirt an der alten Draubrücke über die Streusiedlung von Schüttbach vorgeschoben, wo durch viele Jahrhunderte das Gut Oberaich stand. Dieses Gut, später als Schloß Schüttbach bezeichnet, wurde durch die Hochwasserereignisse 1966 derart unterspült, daß der Großteil der Bauten abstürzte und zerstört wurde. Die Reste der Hauptanlage mußten 1973 gesprengt werden. Nunmehr stehen hier noch Teile des Wirtschaftsgebäudes und bis heute wird das Gut Oberaich-Schüttbach noch bearbeitet.

Östlich von Baldramsdorf liegt die Ortschaft Unterhaus, wo 1720 das "Kloster von Hannibal Alfons Forst Von Porcia" errichtet wurde. In diesem Kloster sollen sich zeitweise bis 20 Patres aufgehalten haben, die sich in der Umgebung in den Dienst der Gegenreformation stellten. Als Kaiser Josef II. im Zuge seiner religiösen Reformen viele Klöster aufhob und ihre Besitzungen sekularisierte, durfte auch das Kloster in Unterhaus keine neuen Ordensbrüder mehr aufnehmen. 1808 lebte im "Paternschloß" nur noch ein Mönch. In den Franzosenkriegen wurde ein Lazarett untergebracht und ein Friedhof angelegt. Nach verschiedenen Besitzern gehört das Bauwerk seit 1938 der Gemeinde Baldramsdorf, die in das Paternschloß zahlreiche Mietparteien einquartierte. Im Jahre 1976 begannen sich die "Freunde der Ortenburg" für das Paternschloß zu interessieren, und am 19. Juni 1977 wurde in einigen seiner Räume das "erste Kärntner Handwerksmuseum" eröffnet.

Am Goldeck, das die Baldramsdorfer als ihren Hausberg bezeichnen, liegt das Dorf Goldeck. Seit der Errichtung einer Seilbahn im Jahre 1960 fuhren viele Tausende Schitouristen und Erholungssuchende auf diesen Gipfel. Die erste Teilstrecke führt auf das 1600 m hoch gelegene Bergbecken der Krendlmaralm, in der sich in den letzten Jahren ein Schidorf mit Gaststätten angesiedelt hat.